Dänemarkaustausch

1.Tag -  Sonnabend

Das Wetter ist OK, nicht mehr so kalt, der Wind hat nachgelassen, perfekt für die Überfahrt nach Gedser. Zunächst aber warten wir auf den Bus, der Schüler aus Litauen und Polen nach Rostock mitbringt. Er kommt pünktlich. Wir steigen ein und besetzen die letzten freien Plätze. Alle sehen müde und erschöpft aus von der Reise, die Gruppe aus Kleipeda ist schon fast 20 Stunden unterwegs. Wir plappern jedoch noch immer munter durcheinander.Was uns nach den Fahrt erwartet, wissen wir noch nicht so genau.

Der erste Eindruck-ein sensationell modernes Schulgebäude, in dem man sich auch gut verlaufen kann. Wir beziehen unsere Klassenräume, richten uns auf eine Nacht auf Luftmatratzen ein.

Dann treffen wir uns in der großen Runde. Schnell sind wir vertraut miteinander und die erste Aufregung ist verflogen.

 

Die Nacht ist dennoch unruhig, denn das Licht auf allen Fluren scheint die ganze Nacht hell, und wenn  nach einem Gang über den Flur die Tür zufällt, muss man seine Mitbewohner wecken. An viel Schlaf war nicht zu denken.

 

2.Tag – Sonntag

Sonnenschein, ein gutes Frühstück und wir sind wieder munter. Nach gemeinsamen Spielen, einem liebevoll vorbereiteten Mittagessen und einem Bummel durch die Stadt geht es endlich richtig los. Wir folgen Daniela, Boris und Booma in die Projekträume.

Daniela leitet das Kunstprojekt Visual Art, Boris das Musikprojekt Drums und Booma das Tanzprojekt Hip Hop.

Es geht sofort los und macht Riesenspaß. Darauf haben wir gewartet. Dass wir uns mit den Schülern aus Polen, Litauen und Dänemark verstehen, ist jetzt ganz selbstverständlich. Die ersten vier Stunden vergehen wie im Flug.

Ein bisschen Aufregung bleibt noch. Nach dem Abendessen soll der interkulturelle Abend stattfinden. Wir erzählen über unsere Stadt und die Schule und singen mit allen auf Deutsch Laurentia. Im Alltag ist das nicht unser Lieblingslied, aber heute muss es mal herhalten.

3.Tag – Montag

Die Nacht war ruhiger, alle haben gut geschlafen und freuen sich auf die Projekte. Philip hat Geburtstag, wir gratulieren, er besteht aber nicht auf „Happy birthday“. Das Wetter ist schlecht, das stört uns heute nicht. Wir müssen unsere Schlafplätze räumen und Matratzen samt Gepäck in einen Waschraum tragen. Schließlich schlafen wir in Klassenräumen. Los geht’s!

Es gibt wieder tolles Mittagessen, die Leute in der Küche geben sich viel Mühe. Wir beneiden die dänischen Kinder ein wenig, sie werden jeden Tag so verwöhnt.

Die Pause fällt etwas länger aus, wir räumen alles wieder ein und ruhen uns kurz aus. Wieder ist es ein schöner Nachmittag, wir arbeiten hart an unserem Programm, schließlich gibt es am Mittwoch zwei Aufführungen.

Abends sitzen wir entspannt zusammen und sehen uns Filme an, die während der Arbeit an den Schulen der vier Länder zum Thema „Climate change“ entstanden sind. Bei einem Wettbewerb in gemischten Gruppen sammeln wir Ideen dafür, was wir persönlich zum Umweltschutz beitragen können. Bald gehen wir schlafen, denn der nächste Tag wird hart.

4.Tag – Dienstag

Das Aufstehen und Ausräumen klappt wieder sehr gut. Schnell sind Taschen und Luftmatratzen verstaut. Wie immer gibt es gutes Frühstück. Immer mehr Schüler greifen zu den täglich frisch gebackenen Brötchen und verzichten auf die sonst so heiß geliebten Cornflakes. Wir beginnen mit dem Morning Circle, sagen, wie wir uns fühlen und machen ein paar lustige Gruppenspiele. Dann geht es zügig weiter mit der Arbeit in den Projekten. Das Programm für die Aufführung muss heute fertig werden. Am Abend ist Generalprobe, denn morgen gibt es zwei Aufführungen-hier in der Sophieschule und in Vaeggerloese, einem Ort zwischen Nykobing und Gedser.

Übrigens gibt es kostenloses Frühstück für alle Schüler. Etwa 100 nutzen das. Wir erfahren , dass es nicht daran liegt, dass die Eltern nichts kaufen. Oft fehlt die Zeit für das Frühstück zu Hause, so können Kinder in Ruhe hier essen, wenn Eltern früh zur Arbeit müssen.

Heute ist das Übungspensum besonders hart für die Schüler im Tanzprojekt, denn alle haben Muskelkater. Aber man kann schließlich nicht drei Tage warten, bis der wieder weg ist. Das Mittagessen ist wie immer toll. Gleich geht es weiter in den Projektgruppen. Die Generalprobe klappt am Abend reibungslos, ist das ein gutes Zeichen?

5.Tag – Mittwoch

 

Heute regnet es in Strömen. Das stört uns nicht, denn es werden die zwei Aufführungen stattfinden. Um 9 Uhr steigen wir mit unserer Ausrüstung in den Bus. Wir fahren nach Vaeggerloese, eine kurze Fahrt, es sind nur 7 Kilometer. Die Aufführung findet in der Sporthalle statt, einem alten und sehr schönen Gebäude. Es dauert nicht lange, bis die Schüler kommen. Neugierig werden wir gemustert. Die Aufführung ist perfekt, wir sind kaum aufgeregt und haben viel Spaß mit dem Publikum. Alle klatschen begeistert mit. Die Köchin der Schule hat am Vormittag extra für uns frische süße Brötchen gebacken, wir nehmen uns ein Getränk dazu und genießen die Belohnung. Gleich danach führen wir das Programm nochmal in der Sophieschule auf. Nach dem Mittagessen haben wir bis zum Abschlusstreffen etwas Freizeit. Wir packen unsere Sachen und treffen uns mit den Schülern aus anderen Gruppen. Es regnet immer noch, jetzt stört es uns, denn wir wären gern noch mal gemeinsam in die Stadt gegangen. Trotzdem vergeht die Zeit zu schnell, wir haben neue Freunde gefunden und unterhalten uns ganz normal auf Englisch. Jetzt wissen wir, dass wir auch das können. Gern würden wir noch ein paar Tage bleiben, auch einen Monat vielleicht. Am Schluss bekommen wir Zertifikate und sind stolz. Wir steigen in den Bus und haben auch noch eine Weile auf der Fähre Zeit uns zu verabschieden. Gern würden wir uns wieder bei einem Projekt treffen.